Interview mit einem Zombie

Ein Zombie ist ein Untoter und lehrt, ganz anders als ein Geist, sehr körperlich den Lebenden das Fürchten. So auch kürzlich in der Regensburger Altstadt und Schuld daran ist ein Pirat.

Manfred Pfeiffer, seines Zeichens Pirat der Rent-a-pirate Crew aus Regensburg, organisierte den Zombie-Run für die Dreharbeiten zu „Der Sommernachtsalbtraum auf St. Emmeram“ im Velodrom. Damit das Spektakel, komponiert von dem Regensburger Allround-Musiker Gerwin Eisenhauer und mit durchaus lebenslustiger und stimmgewaltiger Besetzung, wie Steffi Denk und Markus Englstätter, mit dem untoten Leben erfüllt werden konnte, mussten viele Leichen her. Ein Glück für die Produzenten, dass es da den Manfred Pfeiffer und seine Leute gibt. Mit seiner Truppe von „Rent-a-Pirate“ konnte er versierte Statisten mit vollem Einsatz und Gefühl für dramatische Auftritte bieten. „Ganz ohne Gage, nur die Materialkosten wurden natürlich ersetzt! Es geht uns um den Spaß mit Gleichgesinnten“, erzählt Pfeiffer überzeugend. Der „Kapitän“ der Piratencrew hatte zwar reichlich Erfahrung mit Masken, Kostümen und spektakulärem Make-up durch die Auftritte als karibische Freibeuter aber für klaffende Wunden und blutüberströmte Zombies mussten Fachleute her. Die hohe Kunst der Latex-3D-Modellierung beherrschten Sarah Abosi, Janine Franzke, Jessica Burock, Nico Engelhardt, Zeynep Orak und Katherina Wunderlich.

Zu Opfern oder Untoten gespachelt. 
Sie spachtelten ihre Opfer ganz sanft zu abscheulichen Untoten. Organisatorin Edith Pfeiffer rührte derweil 25 Liter Kunstblut, aus dem sonst so gesunden Saft der Roten Beete und Soßenbinder. Das sorgte in diesem Fall für das eher ungesunde Aussehen und den gewünschten Ekelfaktor. „Alles roch nach der erdigen Rübe, das war echt ekelig, die Haut war noch ein paar Tage verdächtig rot“, schmunzelt der erfinderische Truppenchef. Ein ganzer Transporter voller Schminkutensilien, Farben, Schwämme, Spiegel, Föns, Bürsten, Pinsel und vor allem jede Menge Malerplane war dazu nötig. In der „Bodega“ hatte man den eifrigen Statisten und ihren Präparatoren dafür extra um fünf Uhr aufgesperrt. Hier sollte die Metamorphose statt finden, noch lange bevor das normale Leben in der Stadt erwachte. Alle Tische wurden gut ab geklebt, damit nur ja keine Blutspritzer zurück blieben. „Zur Stärkung gab es sogar ein tolles Frühstück und vor allem Kaffee, viel Kaffee“, erzählt Pfeiffer schmunzelnd. So konnten pünktlich um sieben Uhr die gruseligen Kreaturen zum Dreh ausströmen. Italienische Touristen wurden ebenso spontan in den Spuk mit eingebaut wie die fleißigen Mitarbeiter der Stadt. All das wurde vom Filmteam auf „Zelluloid“ gebannt. „Es war eine Mordsgaudi!“, lacht Pfeiffer. Das Ergebnis kann beim einzigartigen Theater-Spektakel „Der Sommernachtsalbtraum auf St. Emmeram“, ab 31. Januar, im Velodrom, bewundert werden. Akustisch und optisch dürfte es wohl eine der imposantesten Inszenierungen sein, die die Stadt je erlebt hat. Die lebenden Toten der Piratencrew und die Gastauftritte prominenter und sogar durchlauchter Regensburger wird dieser „Sommernachtsalbtraum“ zu einem besonderen Erlebnis – tot oder lebendig.
Alle Infos, Fotos und Videos auf www.rent-a-pirate.de und www.facebook.com/rent.a.pirate
Autor: Marion Lanzl